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Jugendfeuerwehr

Jugendfeuerwehr probt beim Stadtpokal den Ernstfall

 

 

 

Beim Stadtpokal der Jugendfeuerwehr in Giesenkirchen zeigte 

der Nachwuchs auf dem Konstantinplatz sein Können.

 

 

Der Gruppenführer gibt das Signal, dann geht alles ganz schnell: Vorne werden die Rohre ineinander geschraubt, hinten die Schläuche entrollt, mit Feuerwehrwagen und Verteilern verbunden. Das Wasser drückt sich durch die Schläuche. Als es aus der Kübelspritze schießt und auf die Wand trifft, fällt die Anspannung von den Schultern der Jugendfeuerwehrleute - wäre dies ein Brand gewesen, hätten sie ihn schnell gelöscht. Von Anke Schönlau

Bei der Jugendfeuerwehr löscht zwar noch keiner wirklich, doch etwas von "Ernstfall" hat der Stadtpokal schon. Jetzt muss alles sitzen, worauf sie ein Jahr trainiert haben. Jede Sekunde, jede Antwort fließen in die Wertung ein. Der Nieselregen bleibt dabei unbeachtet. "Wir sind ja keine Schönwetterfeuerwehr", sagt Stadtjugendfeuerwehrwart Thomas Eckers lachend.

Dieses Jahr findet der Stadtpokal auf dem Konstantinplatz in Giesenkirchen statt. Das Aufgabenspektrum für die 10- bis 17-Jährigen ist breit. Die Jugendlichen müssen unter anderem Alltagsgegenstände der Feuerwehr ertasten und Knoten binden. Der Rettungsknoten sitzt perfekt, doch wie ging noch gleich der "Schotenstich mit Aufzugschlaufe"? Da kommt der Nachwuchs schon mal ins Grübeln.

Aber dazu ist die Jugendfeuerwehr ja auch da. Hier kann jeder ausprobieren, was zum Rettungseinsatz dazugehört, um dann vielleicht in die Freiwillige oder Berufsfeuerwehr zu gehen. Aber es geht auch noch mehr: gemeinsame Freizeitgestaltung, Teamgefühl und Freundschaft. Das spiegelt sich auch in den Aufgaben beim Stadtpokal wider. Quizfragen werden dem ganzen Team gestellt, die Antwort erst nach Absprache mit der Gruppe gegeben. Am besten bekommt das der Gastgeber hin.

Den 13-jährigen Daniel Giesbrecht hat die Vielfältigkeit bei der Jugendfeuerwehr gereizt. Er ist über einen Freund an sein Hobby gekommen. Anders ist das bei Arno Grothwinkel (17). "Das liegt in der Familie: Mein Vater und mein Onkel waren bei der Freiwilligen Feuerwehr", sagt er. Sein Ziel für später lautet Berufsfeuerwehr, das ist ganz klar. Um Nachwuchs muss man sich also keine Sorgen machen.

In einigen Grundschulen steht statt Sachunterricht die Jugendfeuerwehr auf dem Stundenplan. "Die Kinder lernen, wie man einen Notruf absetzt. Für die Älteren gibt es ab der vierten Klasse die Feuerwehr AG", erklärt Feuerwehr-Sprecher Frank Nießen. Unter denen, die schon bei der Jugendfeuerwehr und beim Stadtpokal mitmischen dürfen, belegt Giesenkirchen den ersten Platz. Stadtmitte landet auf Platz 2. Jetzt wird wieder trainiert bis zum nächsten Stadtpokal - aber Hauptsache, zusammen.