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Geschichte der FF Giesenkirchen

          

Der Beginn vor 1908

 

So wohltätig das Feuer für die Menschheit auf der eine Seite ist, so gefürchtet war es auf der anderen Seite. Abgesehen von seiner verheerenden Wirkung in Kriegszeiten, fielen ihm von Zeit zu Zeit ganze Städte und Dörfer zum Opfer. So berichtet uns die Geschichte der engeren Heimat über Großbrände 1647 in Dahlen, 1652 in M.Gladbach, 1694 in Rheydt und 1716 in Korschenbroich. Von einem Großbrand in Giesenkirchen ist nichts bekannt. Holz- und Fachwerkbauten mit einer Strohdeckung, wie sie hier in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts noch vielfach anzutreffen waren, begünstigten den Ausbruch von Bränden. Die Vernichtung einzelner Hofanlagen und Gebäude durch Brand war keine Seltenheit. Die Furcht vor Feuer und Brand war infolgedessen bei den Siedlern früheres Jahrhundert groß. Über den Eingängen ins Haus brachten sie daher vielfach einen christlichen Spruch an, wie z.B. "Dieses Haus steht in Gottes Hand, Gott behüte es vor Feuer und Brand". An Wasser zur Feuerbekämpfung fehlte es im Allgemeinen nicht. die Siedlungen waren dem Wasser gefolgt. Wasser diente Menschen und Vieh. Beim Zurückweichen desselben verblieben sogenannte Maare. Dies diente als Brandteiche und auch als Flachsröste. Neben dem Wasser, durfte es selbstverständlich auch nicht an geeignetem Löschgerät fehlen. Dazu gehörten Feuerspritzen, Eimer, Leitern usw. die Versicherung gegen Brandschäden war schon früh eingeführt worden und die Erkenntnis ihrer Zweckmäßigkeit Allgemeingut. So waren 1825 in Giesenkirchen allein bei der rheinischwestfälischen Feuersozität 429 von 531 Gebäude versichert. Zur Brandbekämpfung standen damals zur Verfügung:1 große Brandspritze, 2 Handspritzen und 15 Brandhacken. In Giesenkirchen waren 15, in Dycker-Schelsen 4, in Horster-Schelsen  4 Brandteiche und in Horst 1 Brandteich und 3 Bäche zur Wasserentnahme verfügbar. Gemäß Feuerlöschordnung der Regierung vom 19.02.1828 wurde ein Feuerlöschrat und für die Bezirke Giesenkirchen, Dycker-Schelsen, Horster-Schelsen und Horst je ein Brandkorps gebildet. Dienstpflichtig in den Brandkorps waren die männlichen arbeitsfähigen Personen im Alter von 18 bis 60 Jahren. Die ersten Führer der Brandkorps waren: im 1 Bezirk: Theodor Knappertz und Peter Wilhelm Breuer; im 2 Bezirk: Johann Kaufen und Wilhelm Schiffer; im 3 Bezirk: Theodor Knapperts und Gottfried Lüngen; im 4 Bezirk: Johan Gütiges und Johan Schmitz.

Der Brandrat setzte sich aus dem Bürgermeister und den Führern der Brandkorps zusammen. Brandsignale wurden mit der Kirchenglocke und dem Nachtwächterhorn gegeben. Der Nachtwächter hatte 2 Hörner, ein Nachtwächter-Horn (Brandhorn genannt) und einem Lärmhorn. Letzteres diente dazu, auf etwaige Gefahr von Raubgesindel aufmerksamen zu machen. Der Brandrat hatte halbjährlich in den Häusern Brandvisitationen vorzunehmen, die sich in der Hauptsache darauf zu erstrecken hatte, ob der Rauchfang noch in Ordnung und genügend Wasser im Brunnen war. Jeder Brunnen musste mindestens 22 Zoll Wasser enthalten. die organisierte Feuerlöschhilfe verfiel im Laufe der Zeit immer mehr. Wo keine freiwillige Feuerwehr bestand, trat meistens nur die ungenügende Nachtbarhilfe ein.

 

Anfang nach 1908 

Die Feuerwehrpolizeiverordnung vom 22 Dez. 1906 schuf daher für das Feuerlöschwesen eine neue Rechtsgrundlage.

Giesenkirchen und Schelsen erließen daraufhin neue Ortsstatute (27. März 1908) als Grundlage für die Bildung von Pflichtwehre. In Giesenkirchen entwickelte sich dann aus der 145 Mann Starken Pflichtwehr, 1920 eine freiwillige Feuerwehr mit 57 Mitgliedern und dem Lehrer Matthias Desamari als Brandmeister. Er war der erste Einheitsführer der Giesenkirchener Feuerwehr. Dieses Amt hielt er bis zum 31.03.1910 inne. Die Wehr bestand zu diesem Zeitpunkt aus 57 aktiven Mitgliedern. Vom 1 April 1910 bis 2 März 1911 war Brandmeister Jakob Henseler früher der Wehr. Er musste dieses Ehrenamt auf- geben, da er seinen Wohnsitz aus Giesenkirchen verlegte. Sein Nachfolger wurde vom 3. März 1911 an der Brandmeister Jokab Krülls (Schornsteinfegermeister). Dieser starb 1917 in den Wirren des 1. Weltkrieges in Frankreich. Von 30 Wehrmitgliedern, die 1914/18 zu den Fahnen einberufen worden waren, opferten 15 ihr Leben für Heimat und Vaterland: Jakob Krülls, Werner Brings, Perter Büsgen, Wilhelm Durst, Joseph Fischer, Wilhelm Fischer, Wilhelm Gießen, Joseph Granderath, Peter Johann Granderath, Fritz Kremer, Joseph Kremer, Wilhelm Panzer, Hubert Schiffers, Anton Schürmann und Jakob Tillmann. Ihnen zu Gedenken wurde eine Holztafel gefertigt die auch heute noch im Gerätehaus an diese Kameraden erinnert. Nach dem Krieg stieg die Zahl der Wehrmitglieder wieder auf 43 Kameraden. Die Feuerwehr Giesenkirchen wurde am 12. August 1920 neu organisiert und erhielt als Wehrleiter den Brandmeister Heinrich Hannen (Schmiedemeister).

1925 errichtete die Gemeinde hinter der Siedlung am Friedensplatz einen Feuerwehr - Steigturm. Die Baukosten betrugen 4000.- Reichsmarken. Die Provinzial-Feuer-Versicherungs-Anstalt der Rheinprovinz und die hiesigen Fabrikunternehmen hatten 50 % der Kosten gestiftet. Die Fabrikunternehmen hatten 50 % der Kosten gestiftet. Die Einweihung und Übergabe an die Wehr fand in Verbindung mit dem Kreis-Feuerwehrtag am 20 Juni 2926 statt. Den überbauten Zugangang von der Konstantinstraße zu zum Feuerwehr-Übungsplatz

 

 

Mannschaftsbild zur Eröffnung Steigeturm 1925 

 


krönt eine Plastik aus Stein, die letzten Giesenkirchener Nachtwächter darstellt, angefertigt vom Bildhauer Joseph Körschgen in Düsseldorf. 1982 errichtete die Gemeinde Giesenkirchen auf dem Feuerwehr Übungsplatz noch ein Gerätehaus mit Wohnung. Bis in die Jahre des 2. Weltkrieges hinein blieb Heinrich Bannen Leiter der Wehr.

 

Die Jahre nach 1945

Ab 1946 übernahmen Brandmeister Karl Schiffer die Leitung der Giesenkirchener Wehr bis ins Jahr 1951.

 

 

LF der Einheit Giesenkirchen 1940

 

Von 1951 bis zum 5. Dezember 1969 hieß der Wehrleiter Brandmeister Peter Luberichs. Während seiner Dienstzeit wurde das Gerätehaus in den Jahren 1968 - 1969 umgebaut und um eine Fahrzeughalle, Sanitäranlagen und einen Schulungsraum erheblich erweitert. Auch bei der Inangriffnahme dieser Baumaßnahmen fehlender Stadt die nötigen Geldmittel. So griffen die Kameraden nochmals zur Selbsthilfe und bauten in Eigenregie (nach Plänen des Hochbauamtes und unter sachkundiger Leitung von Peter Luberichs das Gerätehaus um und führte auch den Erweiterungsbau selbst durch. Man ersparte hierdurch der Stadt viel Geld, da nur noch die Materialkosten von der Stadt zu tragen waren.

 

LF der Einheit im Jahre 1955

 

Der Wehrleiter Peter Luberichs schied am 5.12.1969 wegen Erreichung der Altersgrenze aus dieser Funktion aus. Sein Nachfolger wurde ab 6. Dezember 1969 bis zum 16. Februar 1973 Brandmeister Ewald Dürselen. Als neuer Einheitsführer wurde der Oberbrandmeister Hans Brinkmann eingesetzt. Während seiner Dienstzeit wurden im Jahre 1979 neue Schulungsräume in der früheren Wohnung im Obergeschoss des Gerätehauses geschaffen.

 

Die Einheit ab 1980

 

Im Jahre 1983 feierte die Einheit ihr 75 jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Türe. Im selben Jahr erfolgte die Gründung der JF Giesenkirchen und erster Jugendfeuerwehrwart der Einheit Giesenkirchen wurde Karl-Heinz Brüls, nachdem er schon 1968-75 Leiter der JF Rheydt und Stadtjugendfeuerwehrwart der damaligen Stadt Rheydt war. Viele der damaligen Gründungsmitglieder sind immer noch in der Einheit aktiv oder haben den Weg fortgesetzt und ihr Hobby zum Beruf gemacht. 1986 schied wegen Erreichung der Altersgrenze Hans Brinkmann als Einheitsführer aus und es folgte Karl-Heinz Brüls.

Ein Weiterer Bauabschnitt konnte durch den unermüdlichen Einsatz von Einheitsführer Brüls am 08.06.1991 verwirklicht werden. Es wurden der neue Gerätehausanbau und der Schulungsraum eingeweiht.

1993 fand ein Empfang zum 85-jährigen Bestehen der Wehr im Rathaus Giesenkirchen statt. Und auch zum 90-jährigen der Einheit wurde 1998 ins Rathaus geladen.

 

 

Die Einheit im 21. Jahrhundert 

 

Zum Jahrtausendwechsel wurden große Computerprobleme erwartet und auch die Einheit Giesenkirchen stellte sich mit ihrer Mannschaft in der Silvesternacht auf Einsätze ein. Jedoch verlief der Jahreswechsel wie jeder andere auch. Im Jahre 2002 wurde der Steigturm in die Denkmalliste eingetragen und mit Finanzmitteln des Landes NRW und des Landschaftsverbandes aufwändig restauriert. Am 6. Oktober 2003 wechselte Einheitsführer Brüls wegen Erreichend der Altersgrenze, in die Ehrenabteilung und sein Nachfolger wurde Andreas Mehlich, ihm zur Seite stehen als erster Stellvertreter Michael Gruben und als Zweiter Stellvertreter Josef Odenkirchen.

Im Jubiläumsjahr verfügt die Einheit über 30 Kameraden in der Einsatzabteilung, 10 Kameraden in der Ehrenabteilung und 12 Jungen und Mädchen in der Jugendfeuerwehr. Im Stadtgebiet Mönchengladbach gibt es 20 Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr. Giesenkirchen ist eine von 6 Schwerpunkteinheiten. Sie wird nicht nur im Bereich Giesenkirchen, sondern auch darüber hinaus in der gesamten Stadt bei größeren Einsätzen alarmiert. Sie besetzt ebenso bei Einsätzen der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Rheydt die Wache Stockholtweg, um den Brandschutz und die Hilfeleistung im südlichen Bereich sicher zu stellen.

Im Jahr 2007 stehen der Einheit drei Fahrzeuge zur Verfügung. Zwei Löschgruppenfahrzeuge und ein Rüstwagen. Die Alarmierung erfolgt nicht mehr über Sirene, sondern über Funkmeldeempfänger (Pager), die jeder Feuerwehrmann mit sich trägt. Nach einem Alarm begibt er sich möglichst schnell zum Gerätehaus, zieht seine Schutzausrüstung an und rückt mit den Fahrzeugen aus. Das erste Fahrzeug ist wenige Minuten nach dem Alarm ausgerückt, um den Bürgern in Giesenkirchen und Umgebung zu helfen.

 

HLF der Einheit im Jahre 2007

Jedoch verlief der Jahreswechsel wie jeder andere auch. Im Jahre 2002 wurde der Steigturm in die Denkmalliste eingetragen und mit Finanzmitteln des Landes NRW und des Landschaftsverbandes aufwändig restauriert. Am 6. Oktober 2003 wechselte Einheitsführer Brüls wegen Erreichend der Altersgrenze, in die Ehrenabteilung und sein Nachfolger wurde Andreas Mehlich, nach sechs Jahren-Amtszeit wechselte der Einheitsführer, es wurde Michael Brüls, der aber aus Beruflichen Gründen dieses Amt wieder aufgeben musste. Am 01.03.2012  wurde Josef Odenkirchen als neuer Einheitsführer und  Michael Gruben als Stellvertreter, vom Leitenden Branddirektor Jörg Lampe für sechs Jahre eingesetzt. Das Gerätehaus wurde von 2011 bis 2013 Saniert, im Zuge der Sanierung wurde eine neue Fahrzeughalle gebaut, es entstand eine neue Zufahrt und Parkplätzen. In dieser Bauzeit war unsere Unterkunft. bei der Firma Reichert.